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Der Pflanzenschutztipp im April
(Auszug aus dem April-Heft 2008)

Der Ohrwurm als Schädling

Bisher wurde der Ohrwurm meist als blattlausvertilgender Nützling angesehen. In den letzten Jahren nahmen jedoch nahmen jedoch die Schäden, die er verursachte, erheblich zu. So werden bei den Gemüsearten Spargel, Sellerie und Chinakohl angefressen, bei Blumen ist er häufig in Dahlien zu finden, wo er junge Blätter und Knospen benagt. Besonders schädlich ist er jedoch bei Pfirsichen und Aprikosen. Hier frisst er Löcher in die reifenden Früchte, die dann noch am Baum verfaulen. Nach Schätzungen ist der Ohrwurm hier für drei viertel der angefaulten Früchte verantwortlich. Die gesteigerte Ohrwurmaktivität ist wohl auf wärmere Winter und auf die allgemein wärmeren Temperaturen zurückzuführen.

Biologie
Die erwachsenen Tiere überwintern in einer Bruthöhle in der Erde. Im Februar werden 20 bis 90 Eier abgelegt, woraus im März die Jungen schlüpfen. Bereits im Juni wandern die Jungtiere dann auf die Obstbäume. Vor allem in Hitzeperioden benagen sie die Früchte, um ihren Wasserbedarf zu decken. Da sie nachtaktiv sind, sind sie dabei kaum zu beobachten.

Bekämpfung
Eine direkte chemische Bekämpfung ist weder im Hausgarten noch im Erwerbsanbau möglich. Gute Erfahrungen wurden aber mit Ohrwurmsperren gemacht. Dabei wird ein mehrerer Zentimeter breiter ringförmiger Streifen Rinde am Stamm gesäubert und geglättet. Dann wird dieser dick mit Insektenleim bestrichen. Diese Barriere können die Tiere nicht überwinden. Selbstverständlich werden auch keine mit Holzwolle gefüllten Blumentöpfe mehr in die Bäume gehängt, die ihm als Unterschlupf dienen.
  Thomas Schuster
Gartenbauzentrum Bayern SW

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